Vorsicht: Sekundenschlaf!

01.04.2021

So kurz und gleichzeitig so heimtückisch. Der Sekundenschlaf zählt zu den größten Gefahren im Straßenverkehr. Lange Fahrten, monotone Strecken, unregelmäßige Schlafzeiten und Nachtfahrten. Berufskraftfahrer sind besonders gefährdet, kurz am Steuer einzunicken.
Das ist natürlich äußerst gefährlich – sowohl für die Fahrer selbst, als auch für alle anderen Verkehrsteilnehmer. Wir haben Tipps von „Stories from the Tanke“ gesammelt, mit denen Berufskraftfahrer aufgeweckt unterwegs sind.
 

Aber was ist ein Sekundenschlaf eigentlich überhaupt?
Beim Sekundenschlaf müssen die Augen nicht unbedingt geschlossen sein, da der Zustand der Müdigkeit bei jedem Menschen anders aussieht. Der Sekundenschlaf kann sehr kurz auftreten oder sogar bis zu 15 Sekunden andauern. Zwei Sekunden bei Tempo 85 eingenickt, schon legt der LKW 50 Meter im Blindflug zurück. Ein bremsender Vordermann, ein plötzliches Stauende, eine scharfe Kurve – die Folgen können dramatisch sein. Laut Experten ist fast jeder vierte tödliche Unfall auf Autobahnen auf Sekundenschlaf am Steuer zurückzuführen. Nur halb so viele Unfälle entstehen durch Fahren unter Alkoholeinfluss. Womit wir übrigens nicht sagen wollen, dass Alkohol am Steuer okay wäre.
Es gilt natürlich: Wer fährt trinkt nicht, wer trinkt fährt nicht.
 

Warnsysteme erfassen Anzeichen von Müdigkeit

Sensorbasierte Assistenzsysteme gehen das Problem Sekundenschlaf an. Die Systeme erfassen unterschiedliche Symptome von Konzentrationsschwäche und Müdigkeit, z.B. Fahrverhalten, Lenkbewegungen, Blickrichtung und Anzahl der Lidschläge. Durch Sitzvibrationen sowie optische und akustische Signale können die Systeme die Aufmerksamkeit des Fahrers auf das Verkehrsgeschehen lenken oder auf eine drohende Gefahr durch Übermüdung aufmerksam machen. Spezielle Einschlafwarner geben dem LKW-Fahrer ein entscheidendes Signal, sofort eine Erholungspause einzulegen.
 

Warnsignale beachten

Nicht jeder LKW ist mit speziellen Warnsystemen ausgestattet, die den Fahrer vor Übermüdung warnen. Umso wichtiger ist es daher, dass Fahrer selbst auf Anzeichen von Müdigkeit achten. Körperliche Anzeichen wie Augenbrennen, schwere Augenlider, Gähnen und Frösteln weisen aufsteigende Müdigkeit hin und müssen ernst genommen werden. Auch Schwierigkeiten beim Spurhalten des LKW sind Alarmsignale für die nachlassende Konzentration. 
 

Das beste Mittel ist ausreichend Schlaf

Am besten ist es, die Gefahr eines Sekundenschlafs von Anfang an zu minimieren.

Das beste Mittel gegen Müdigkeit ist und bleibt ein erholsamer Schlaf. Vor einer Tour sollten LKW-Fahrer daher versuchen, ausreichend zu schlafen.

Bei den ersten Anzeichen von Müdigkeit während der Fahrt hilft bereits ein Turboschlaf von 20 bis 30 Minuten extrem. Länger sollte ein kurzer Erholungsschlaf allerdings nicht dauern, da ansonsten tiefere Schlafstadien erreicht werden. Wer möchte, kann vor dem Kurzschlaf sogar noch einen Kaffee trinken. Das enthaltene Koffein wirkt erst nach 30 Minuten – hindert also nicht beim Einschlafen und hilft anschließend beim Wachwerden. Neben Schlafen eignet sich auch etwas Bewegung an der frischen Luft (z.B. joggen oder Kniebeugen), um den Kreislauf in Schwung zu bringen.
 

Vorsicht vor Wachmachern

Es ist ein weitverbreiteter Irrglaube, dass Kaffee, Cola, Energy-Drinks und laute Musik beim Fahren wachhalten. Der Körper fühlt sich zwar kurz wacher, die Müdigkeit ist damit aber noch lange nicht besiegt. Im Gegenteil: sie wird nach hinten verschoben, sodass die Müdigkeitsattacke anschließend nur umso heftiger und damit gefährlicher ausfällt.  Den gleichen Effekt haben übrigens auch einige Medikamente wie Beruhigungsmittel oder Antiasthmatika.
 

Bessere Routenplanung und Rampenvorgaben

Nicht nur die Berufskraftfahrer selbst sind gefordert. Die Logistik sollte durch eine gute Routenplanung und Rampenvorgaben dafür sorgen, dass weniger Druck auf den Fahrern lastet. Aufgrund von Staus durch Baustellen oder Unfälle laufen Fahrer häufig Gefahr, die Routenplanung von Transportunternehmen oder die Rampenvorgaben des Verladens nicht mehr einhalten zu können. Wie hoch der Druck auch ist, LKW-Fahrer sollten immer eine Pause einlegen dürfen, wenn sie sich extrem müde fühlen.
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Bildquelle: Deutscher Verkehrssicherheitsrat (DVR) e.V.

Tipps gegen den Sekundenschlaf auf einen Blick

Für einen kurzen Überblick haben wir alle Tipps gegen den Sekundenschlaf noch einmal für euch zusammengefasst:

  • Warnsysteme können dabei helfen, Fahrer auf Müdigkeit und Konzentrationsschwäche aufmerksam zu machen
  • Auf Ermüdungsanzeichen achten: Augenbrennen, schwere Augenlider, Gähnen, Frösteln, Schwierigkeiten beim Spurhalten
  • Für ausreichend Schlaf sorgen: vor und während der Tour. Auch kurze Schlafpausen von 20 bis 30 Minuten sind sehr sinnvoll
  • Auf sämtliche Wachhaltemittel verzichten: koffeinhaltige Getränke und bestimmte Medikamente
  • Bessere Routenplanung und Rampenvorgaben senken den Druck bei Fahrern und ermöglichen Erholungspausen
  • Frische Luft und Bewegung während der Pausen.

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Wie schafft ihr es, auf dem Bock immer wach zu bleiben? Wir freuen uns über noch mehr Tipps für mehr Sicherheit auf der Straße. Lasst eure Kollegen von eurem Wissen profitieren. Meldet euch gerne über unsere Social-Media-Kanäle bei uns @giesker.laakmann.

Passt auf euch auf & bis zum nächsten Mal.
Euer Christian